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Rückschau auf alle erschienene Beiträge

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Gesichter aus Nias (Foto: Sirus Laia) Das neue Jahr 2019 ist da und irgendwie habe ich einen Heimweh. Quatsch! Wie könnte ich das Heimweh nennen! Deutschland ist nicht meine Heimat ausser dass ich dort vor langer Zeit mal studiert und ein bisschen gearbeitet hatte. Doch die Tatsache bleibt: ich habe Heimweh, in Deutschland wieder zu leben und auf Deutsch wieder zu sprechen und schreiben. Ja, mein Deutsch ist mir nach vielen Jahren abhanden gekommen. Als ich vor kurzem einem Deutschen in einem Park Londons begegnete, konnte ich kaum Wort auf Deutsch auf die Lippen bringen. Oder genau deswegen, will ich wieder auf Deutsch schreiben. Ob das in diesem Jahr 2019 gelingt, müssen wir mal abwarten. Bevor das passieren kann, ist es gut, die älteren Beiträge auf dieser Seite auf zu listen. Die sind zwar nicht mehr aktuell, aber einige sind echt interessant. Viel Spaß. 1. Danke Pater Suitbert! (Veröffentlicht: 20/07/11, Theme(n): Religion) 2. Leid als Preis der Personwerdung ...

Danke Pater Suitbert!

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P. Suitbert in seiner Zeit als der Guardian des Kapuzinerklosters Münster (Foto: Privatarchiv) Heute ist P. Suitbert Telgmann in Kloster Werne verstorben. Er war für mich einer, der eine Heimat in Münsteraner Kloster gegeben hatte. In ihm sah ich besonders die mutterliche Seite: menschenfreundlich und -zugewandt, fürsorglich, anderen wohlfühlgebend. In meiner Krisenzeit in Deutschland hatte er mich unterstützt und er hatte auch Anteil daran, dass ich später mein Selbstvertrauen wiecder gewinnen konnte, als ich für eine Zeit als Krankenhausseelsorger in der Raphaelsklinik tätig sein dürfte. Auf Youtube gibt es einen Video über sein Leben, der von kirchensite.de erstellt wurde. Wie man im Video sehen kann, war er in seinem Alter immer noch voll von Leben. Mag er im Alter von 73. Jahren einbissen blass aussehen, seine Stimme aber verrät, dass er im Geist noch immer fresh und jung ist. Ich danke P. Suitbert für seine herzliche Art. Gott nehme ihn in seinen Frieden auf.

Leid als Preis der Personwerdung

Inhaltverzeichnis (siehe unten) 1. Einführung 1.1. Thema Irenäische Theodizee (1) hat sich in der anglo-amerikanischen Sprachraum geführten Theodizee-Diskussion als eine echte Alternative zu der augustinisch geprägten Theodizee-Traditionslinie und zu der späteren von John Cobb und David Griffin systematisch dargestellten Prozeß-Theodizee etabliert. (2) Das zeigen die zahlreichen Werke und Aufsätze, die sich intensiv mit dieser Theodizee auseinandersetzten. (3) Im Hinblick auf die anglo-amerikanische Theodizeeliteratur ist folgende Bemerkung R.D. Geivetts über das Buch Hicks über Theodizee nicht ganz verfehlt, "Perhaps no book on Christian theodicy is better known today than is his Evil and the God of Love. " (4)

Dogma und Dogmenentwicklung in der Vorstellung Loisys

1. Einführung 2. Modernismus: Geschichte und Personen 2.1. Begriff 2.2. Hintergrund 2.3. Die Hauptvertreter des Modernismus 2.4. Die Verurteilung durch die Kirche 3. Dogma und Dogmenentwicklung in der Vorstellung Loisys 3.1. Leben und Werk 3.2. Dogma und Dogmenentwicklung in der Vorstellung Loisys 4. Beiträge Loisys in der Theologie 5. Literaturnachweis 6. Anmerkungen

Eine asiatische Theologie in der Vorstellung des taiwanesen Theologen Choan-Seng Song

1. Einführung 2. Der Hintergrund der Theologie Songs 3. Eine asiatische Theologie in der Vorstellung Songs 3.1. Theologie auf dem Weg zu "einer Reise ins Unbekannte" 3.2. Epistemologische Überlegungen 3.3. Gott, Jesus Christus, und die Menschen in Asien 4. Beiträge Songs in der Theologie 5. Literaturhinweis 6. Anmerkungen

Kreuzsymbolik bei Irenäus von Lyon

1. Einführung 2. Über die Person 3. Kreuzsymbolik bei Irenäus 3.1. Kreuz als des Gehorsams und der Nachfolge 3.1.1. Holz: Zeichen des Gehorsams Christi 3.1.2. Holz bzw. Kreuz: Zeichen der Nachfolge 3.2. Kreuzesform als Symbol des umfassenden Heils 3.2.1. Heilsangebote Gottes 3.2.2. Kreuz als Leiter zum Himmel 3.2.3. Kreuz als Symbol des allumfassenden Heils 4. Literaturhinweis 5. Anmerkungen

Kosmische Eschatologie nach J. Moltmann

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Photo by rottonara licensed under CC BY 1.0 "Eschatologie ohne Kosmologie muß unausweichlich zum gnostischen Erlösermythos werden." Mit dieser Überzeugung, die er mit H. Jonas teilt, versucht J. Moltmann, die eschatologische Zukunft des Kosmos zu verstehen. Die Erlösung der Menschen schließt die Erlösung des Kosmos mit ein. Es gibt keine eschatologische Zukunft für die Menschen ohne eine eschatologische Zukunft für den Kosmos. Warum die eschatologische Zukunft der Menschen die des Kosmos einschließen soll, welche Zukunft er hat, und in welchen Qualitäten diese Zukunft des Kosmos gedacht werden muß, das versucht Moltmann in dem vierten Kapitel des Buches "Das Kommen Gottes" zu systematisieren. Ich werde im folgenden die kosmische Eschatologie Moltmanns darzustellen versuchen, indem ich mich darauf beschränke, die Antwort Moltmanns auf die eben gestellten Fragen zusammenzustellen, um seine Grundintention aufzuzeigen.

Texte der Kirchenväter zur Symbolik: das Schiff auf dem Meer

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Hippolyt, Über den Antichrist 59 Wir nun, die wir auf den Sohn Gottes hoffen, werden verfolgt und zertreten von den Ungläubigen. Die Flügel jener Schiffe nämlich sind die Kirchen, das Meer ist die Welt, in welcher die Kirche wie ein Schiff auf dem Meere umhergeworfen, aber nicht vernichtet wird, denn sie hat bei sich den erfahrenen Steuermann Christus. In ihrer Mitte führt sie das Banner gegen den Tod, da sie das Kreuz des Herrn mit sich trägt. Des Schiffes Vordertheil ist der Orient, das Hintertheil der Occident, der Bauch der Süden; die Steuerruder sind die beiden Testamente, die ausgespannten Taue die Liebe Christi, welche die Kirche an sich zieht. Das Segel, welches sie mit sich führt, ist das Bad der Wiedergeburt, welches die Gläubigen erneuert, daher der immer gleiche Glanz. Die Stelle des Windes vertritt der Geist vom Himmel, durch welchen die Gläubigen für Gott besiegelt werden. Zugleich folgen ihm eiserne Anker, das sind die Gebote Christi, stark wie Eisen. Auch hat es Ruder...

Kann Indonesien in der Zukunft von religiösen Konflikten loswerden?

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Die Christen sollen sich nicht provozieren lassen. Sie sollen sich statt dessen vom Glauben motivieren lassen, und aktiv Frieden stiften. Mit diesen sanften formulierten Worten wandte sich Kardinal Julius Darmaatmadja, der Vorsitzende der indonesischen Bischofskonferenz am ersten Weihnachtstag 2000 an die ganze Nation. Er wollte damit die Christen beruhigen, die am Heiligabend von einer Reihe Bombenexplosionen an mehreren Kirchen in einigen Städten Indonesiens erschüttert waren. Man befürchtete, daß die Christen zurückschlagen würden. Dazu ist aber Gott sei Dank nicht gekommen. Doch der Kardinal wird auch in der Zukunft wieder auf solche Worte zurückgreifen müssen. Denn das war nicht zum ersten Mal, daß die Christen zur Besonnenheit aufgerufen werden. Immer wieder hat es in der Vergangenheit zum wiederholten Mal gegeben, daß die Kirche Objekt der Brandanschläge waren. Um eine Vorstellung davon zu bekommen: Nur in der letzten Amtsperiode vom zurückgetretenen Übervater Suharto wurd...

Über Berufung: Ein Brief vom Apostel Matthäus

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Photo by Free-Photos licensed under CC BY 1.0 Gedankenimpuls zu Mrk 3,13-19 Ich bin Matthäus, ein ehemaliger Steuerbeamte. Ich schäme mich aber nicht, dazu zu bekennen, auch wenn in meiner Zeit Menschen, die solchen Beruf ausüben, keinen besonderen guten Ruf genossen. Der Apostel Bartholomäus genannt Natanael würde im Bezug auf meine Vergangenheit sofort sagen: Kann von ihm etwas Gutes kommen? Kann aus ihm etwas werden? Im möchte keine Antwort geben. Warum? Das verrate ich später. Aber ich meine, meine Vergangenheit gehört zu meiner Lebensgeschichte und somit zu meiner Berufungsgeschichte. Anders als Markus habe ich in meinem Evangelium in die Liste der Apostel, die wir gehört haben, hinter meinen Namen noch Zöllner eingefügt. Hat's jemand gemerkt?

In der kritischen Glaubensphase begleiten. Pastoral unter den indonesischen Studenten in Deutschland

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Mit Sonja Klinkenberg, die die Verbindung mit indonesischen Studierenden in Münster in Westfälen für viele Jahre gepflegt hat. Es gibt zur Zeit ungefähr 1.800 indonesischen Studenten in Deutschland. Unter ihnen sind auch die katholischen Studenten. Seit einigen Jahren habe ich sie, soweit die Zeit es erlaubt, pastoral begleitet. Eines habe ich gelernt: Die Studentenpastoral geht über den Beichtstuhl und den Gottesdienstraum hinaus . Von der Intensität der pastoralen Betreuung her gesehen gehören die katholischen Studenten zu den vernachlässigten Gruppen. Denn da sind die anderen Gruppen besser organisiert und von Indonesien aus personell und finanziell unterstützt. Für die pastorale Betreuung der evangelischen Studenten z.B. wird in Zusammenarbeit zwischen der evangelischen Kirche Deutschlands und Indonesiens ein Seelsorger angestellt, der von  Indonesien aus gesandt wird. Bei den katholischen sieht es ganz anders aus. Obwohl jeder weiß, dass die jetzigen Studierenden z...

Mutter. Gedankenimpuls zum Gründungstag der Schwestern von der göttlichen Vorsehung

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Mit der brasilianischen Schwester Marian Ambrosio auf einer der internationalen Konferenzen der Vorsehungsschwestern, an denen ich als Übersetzer teilgenommen und ich die mütterliche Seite der Schwestern selbst erfahren hatte (Foto: Privatarchiv) Im Eingangslied haben wir gerade gesungen: Mach Dein Boot bereit, und lass die Segel hochziehen. Mach Dein Herz bereit für die Gegenwart Gottes . Das Lied, das aus der Bilderwelt Indonesiens mit seinen vielen Sees und Meeren kommt, hebt einen Aspekt unserer Beziehung zu Gott hervor. Wir sind wie ein Boot, das auf Wetter und Wind angewiesen ist. Dass wir leben und weiter leben können, verdanken wir Gott, dem Ursprung des Lebens selbst. In diesem Festgottesdienst danken wir Gott für seinen Beistand in der langen Geschichte dieser Gemeinschaft, von seinem Gründungstag an bis heute. Es ist gut, zu Beginn dieser Feier eine kurze Stille zu halten, und die Gegenwart dessen zu spüren, der in unserer Mitte ist. Gedankenimpuls Vor ein Paar...

Die Kirche und die Inkulturation auf Nias

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Die Pfarrkirche Santo Fransiskus dari Asisi in Gunungsitoli, die nach Niasmotiv gebaut wurde (Foto: Privatarchive) Im folgenden will ich den Wandel in der Arbeit der Kirche auf Nias darstellen. Ich werde mich aber nur auf den der katholischen Kirche beschränken, zum einen weil mir die protestantischen Kirchen auf Nias sehr unübersichtlich sind, und zum anderen weil ich die katholische Kirche besser kenne. Die Geschichte der Katholischen Kirche auf Nias hat ihren Anfang 1832, als der französische Missionar Jean-Pierre Vallon von der Gemeinschaft der Priester für die Mission (Société des Missions Étrangères) die Insel Nias erreichte und drei Monate lang bis zu seinem Tod das Evangelium verkündete. Auch der zweite Missionar Jean Laurent Bérard, der später in Nias eintrat, starb nach kurzem Aufenthalt auf Nias. Erst über 100 Jahre später konnte die katholische Kirche mit der Mission auf Nias wieder anfangen. Diesmal aber kam sie nach Nias nicht nur auf eigene Initiative, sondern ...

Im Bann der Götter: Nias zum Kennenlernen

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Ein Tänzer mit traditionellem Nias-Schmuck (Foto: Privatarchiv) Die kulturelle Entfremdung der jungen Niasser Jetzt soll ich ihnen die Insel Nias vorstellen, eine kleine aber die größte unter den vielen kleinen Inseln im Westen von Sumatera. Den Indonesiern selbst ist sie relativ unbekannt und oft mit vielen Vorurteilen verbunden. Bevor wir diese Insel näher kennenlernen, möchte ich ihnen als Einstieg einen Ausschnitt aus einem Film Mit Bangen in die Zukunft [03:27-10:44] aus dem Jahre 1995 zeigen. Wir brechen hier ab, denn ich möchte den Kommentar gegen Ende des Filmausschnitts aufgreifen. Es wurde gesagt, daß die jüngere Generation der Niasser keine Ahnung mehr von ihren Vorfahren hat. Diese Feststellung läßt sich auch genauso gut auf die Frage nach Kultur übertragen. Die jungen Niasser kennen die Geschichte und Kultur ihrer Vorfahren nicht, und können deshalb nicht beantworten, welchen Stellenwert die Kultur in ihrem Bewußtsein hat. Schuld daran ist nicht nur die Bildung...

Der Christkönig und die Mission

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Ordensleute vor der Pfarrkirche Stella Maris, Nias (Indonesien) (Foto: Privatarchiv) Zu dem Evangelium, das wir eben gehört haben, gibt man gewöhnlich den Titel "die Rede Jesu über das Endgericht". Dann hat man schon vor Augen die Szene vom Hirtenleben, wenn der Hirt am Abend die Schafe von den Böcken trennt. Das kann dazu führen, daß man das Gewicht dieser Rede Jesu möglicherweise verkennt. Aber die eigentliche Botschaft dieser Gleichnisrede liegt in den Schlußsätzen: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan ... Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan, das habt ihr auch mir nicht getan . Und wenn man im Hinterkopf hat, daß dem Evangelisten Matthäus mit seinem Evangelium die Unterweisung der Gemeinde durch Katechese am Herzen liegt (vgl. Martini), dann bekommt diese Gleichnisrede noch ein anderes Gewicht. Es geht hier in erster Linie nicht mehr um die letzten Dinge und das Endgericht, sondern genau umgekehrt um das Leben ...

Ich habe getan, was ich konnte. Jetzt müßt ihr das Eure tun

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Franziskus-Gesichter Photo by RobertCheaib licensed under CC BY 1.0 Vor noch nicht langer Zeit erschien ein Buchlein mit dem Titel: Franziskus-Gesichter. Von Zeitgenossen betrachtet. Es ist von Autoren und Autorinnen von verschiedensten Berufen, Denominationen, und Lebenseinstellungen verfaßt, die vom Lebensweg des Heiligen fasziniert sind und sich in irgendeiner Weise von seinem Geist leiten lassen. Die einen sind von seiner mystischen Haltung und Vision der Schöpfung gegenüber fasziniert, die anderen von seiner geschwisterlichen Zärtlichkeit und Spiritualität. Franziskus mit vielen Gesichstern. Ihn zeigt nicht nur dieses Buchlein, sondern auch die immer mehr neueren Literatur über diesen Heiligen.

Schleiermachers Konzept von praktischer Theologie

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Von insgesamt 338 Paragraphen seiner Enzyklopädie widmet Schleiermacher dem dritten Teil, der praktischen Theologie, 52 Paragraphen, weniger als ein drittel aller Paragraphen, die er dem historischen Teil verleiht. Diesen letzten Teil wollen wir nun näher betrachten. Ich möchte anfangen mit einer kurzen Zusammenfassung des Sachverhaltes und es folgen danach einige Bemerkungen über die praktische Theologie in dieser Darstellung Schleiermachers. Ich werde auf den einzelnen Paragraph nicht eingehen, sondern nur einige Punkte nennen, die ich für wichtig halte. Beginnen wir gleich mit Schleiermachers Einordnung der praktischen Theologie in den Gesamtbau der Darstellung des theologischen Studiums.

Friede auf der Erde, Friede bei den Menschen

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Mit den indonesischen Studenten in Münster, Westfalen (Foto: Privatarchiv) Verherrlicht ist Gott in der Höhe und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade Heute Abend kommen wir zusammen, um gemeinsam die Geburt Christi zu feiern.  Wir sind hierher gekommen mit der Bereitschaft miteinander zu begegnen, mit Gott auf einer Art und Weise Neues zu erfahren. Wir sind bereit, diese Gelegenheit als 'nur für Gott allein' feiern zu lassen. Wir lassen dem Herrn das Herz sich öffnen. Heute Abend singen wir wieder die Weihnachtslieder, die schon seit langem unsere Sehnsucht nach Gott heben. Und der Gesang der Engel "Verherrlicht ist Gott in der Höhe und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade" hören wir wieder im Evangelium. Ein unvergleichbarer Chor! Auf Erden ist Friede...! Ihr Chor hallt immer noch in unseren Ohren wider. Aber: Friede ist auf Erden?? Je länger wir diesen Gesang klingen lassen, desto mehr erregt er die Zweifel in uns. Als ob wi...